Der Zertifizierungsbereich des BHE umfasst normbezogene Fachfirmen- und Fachkraftzertifizierungen in der Sicherheitstechnik. Die Zertifizierungsverfahren berücksichtigen die Anforderungen der Dienstleistungsnorm DIN EN 16763 sowie die jeweils einschlägigen Fachnormen und technischen Regelwerke. Die Zertifizierungen schaffen eine nachvollziehbare Grundlage für die Auswahl qualifizierter Fachfirmen und Fachkräfte – insbesondere bei Ausschreibungen und der Vergabe sicherheitstechnischer Leistungen.
Neue Qualitätssiegel für Fachfirmen und Fachkräfte
ZERTX – Qualitätssiegel für normbasierte Zertifizierungen
Mit „ZERTX – validiert durch BHE“ führt der BHE ein neues Qualitätssiegel für Zertifizierungen in der Sicherheitstechnik ein. Das Qualitätssiegel wird auf den im jeweiligen Zertifizierungsverfahren ausgestellten Zertifikaten geführt.

Beispiele für zugrunde liegende Normen und technische Regelwerke sind:
Das Qualitätssiegel macht nach außen sichtbar, dass ein Unternehmen oder eine Fachkraft ein festgelegtes Zertifizierungsverfahren erfolgreich durchlaufen hat. Der konkrete Aussagegehalt ergibt sich jeweils aus dem Geltungsbereich und den Grundlagen des ausgestellten Zertifikats.
Hinweis: Die Nutzung der Qualitätssiegel ist ausschließlich zertifizierten Unternehmen beziehungsweise zertifizierten Personen und nur im Rahmen der jeweils geltenden Nutzungsbedingungen gestattet.
Die BHE-Zertifizierungsstelle
Die BHE-Zertifizierungsstelle ist eine organisatorisch eigenständige Einheit innerhalb der BHE-Qualitätsmanagement-GmbH (BHE-QM). Sie führt die Zertifizierungsverfahren nach festgelegten und nachvollziehbaren Verfahrensgrundlagen durch. Dazu gehören insbesondere die Prüfung eingereichter Nachweise, Audits und weitere Prüfungen, soweit diese im jeweiligen Verfahren vorgesehen sind, sowie die Zertifizierungsentscheidung. Das Zertifikat wird für den geprüften Geltungsbereich erteilt. Dieser kann beispielsweise bestimmte Anlagenarten, Tätigkeiten, Bearbeitungsphasen oder Fachbereiche umfassen. Bei personenbezogenen Zertifizierungen wird der jeweilige Fachbereich im Zertifikat ausgewiesen.
Qualitätssiegel für BHE-Mitglieder
BHE-Mitgliedsunternehmen erhalten im Rahmen einer erfolgreichen Fachfirmenzertifizierung zusätzlich das entsprechende BHE-Qualitätssiegel „BHE-zertifizierter Fachbetrieb“ oder „BHE-zertifizierter Fachplaner“ sowie ein Zertifikat im BHE-Verbandsdesign.


Das zusätzliche BHE-Qualitätssiegel und das Zertifikat im Verbandsdesign stellen keine eigenständige zweite Zertifizierung dar. Sie ergänzen den ZERTX-Zertifizierungsnachweis der BHE-Zertifizierungsstelle und machen zusätzlich die BHE-Mitgliedschaft sowie die erfolgreiche Zertifizierung sichtbar. Die Nutzung der ergänzenden BHE-Qualitätssiegel setzt eine erfolgreiche Fachfirmenzertifizierung, die BHE-Mitgliedschaft und die Einhaltung der geltenden Nutzungsbedingungen voraus.
Fachkraftzertifizierungen werden mit dem Qualitätssiegel „ZERTX – validiert durch BHE“ ausgezeichnet. Die zusätzlichen BHE-Qualitätssiegel beziehen sich auf Fachfirmenzertifizierungen.
Grundzüge der Zertifizierungsangebote
- Die Zertifizierungsverfahren stehen BHE-Mitgliedsunternehmen und Nichtmitgliedern offen.
- Für eine Fachfirmenzertifizierung werden ein geeignetes und wirksames QM-System (beispielsweise das BHE-QM-System) sowie eine qualifizierte verantwortliche Fachkraft zentrale Voraussetzungen sein.
- Die verantwortliche Fachkraft muss im Unternehmen eine entsprechende fachliche Verantwortung wahrnehmen und über die erforderlichen Entscheidungs- beziehungsweise Weisungsbefugnisse verfügen.
- Für Dienstleister im Bereich sicherheitstechnischer Anlagen können auf Grundlage der DIN EN 16763 eigene Zertifizierungs- oder Anerkennungsverfahren vorgesehen werden. Die konkreten Voraussetzungen und der jeweilige Geltungsbereich ergeben sich aus dem entsprechenden Zertifizierungsprogramm.
Fachkraftzertifizierung
Die Fachkraftzertifizierung ist ein personenbezogener Nachweis der fachlichen Kompetenz. Sie richtet sich an Personen, die ihre fachliche Kompetenz in einem bestimmten Bereich der Sicherheitstechnik nachweisen möchten und dort fachliche Verantwortung übernehmen oder künftig übernehmen sollen.
Fachfirmenzertifizierungen
Fachfirmenzertifizierungen bewerten die fachliche, personelle, organisatorische und technische Leistungsfähigkeit eines Unternehmens innerhalb eines festgelegten Geltungsbereichs.
FAQ zu den Qualtätssiegeln des BHE
Was gilt für bisherige BHE-Zertifikate?
Vor Einführung des aktuellen Zertifizierungsprogramms ausgestellte BHE-Zertifikate und Qualitätssiegel können bis zum Ablauf der jeweils angegebenen Gültigkeit im Rahmen der bisherigen Nutzungsbedingungen verwendet werden. Eine Verlängerung oder Erweiterung von Bestandszertifikaten nach dem bisherigen Zertifizierungsverfahren ist nicht mehr möglich. Das Qualitätssiegel „ZERTX – validiert durch BHE“ steht für die Zertifizierung nach dem aktuellen Zertifizierungsprogramm und wird nicht rückwirkend auf frühere Zertifikate übertragen.
Kann ich mit einer früheren BHE-Zertifizierung die neuen Qualitätssiegel erhalten?
Nein. Die neuen Qualitätssiegel – insbesondere das Qualitätssiegel „ZERTX – validiert durch BHE“ und das ergänzende BHE-Qualitätssiegel für Mitgliedsunternehmen – werden nur im Rahmen einer erfolgreichen Zertifizierung nach dem aktuellen Zertifizierungsprogramm vergeben. Eine Übertragung oder nachträgliche Ausstellung der neuen Qualitätssiegel auf Grundlage einer früheren BHE-Zertifizierung ist nicht möglich. Das gilt unabhängig davon, ob das Unternehmen zur Nutzung des aktuellen BHE-Logos berechtigt ist.
Welches Zertifikat soll ich gegenüber Kunden und in Ausschreibungen verwenden?
Für den formalen Nachweis sollte das Zertifikat der BHE-Zertifizierungsstelle mit dem Qualitätssiegel „ZERTX – validiert durch BHE“ verwendet werden. Es weist den geprüften Geltungsbereich, die Zertifikatsnummer und die Gültigkeit der Zertifizierung aus. BHE-Mitgliedsunternehmen können das zusätzliche BHE-Zertifikat und das BHE-Qualitätssiegel ergänzend in Angeboten, auf der Website und in der Kundenkommunikation einsetzen. Werden beide Dokumente verwendet, sollte stets derselbe Geltungsbereich und dieselbe Gültigkeit erkennbar sein. Das BHE-Zertifikat stellt keine zweite eigenständige Zertifizierung dar.
Was ist der Mehrwert des ZERTX-Qualitätssiegels?
- Klarer Nachweis gegenüber Auftraggebern: Das Siegel zeigt, dass das Unternehmen ein festgelegtes, normbezogenes Zertifizierungsverfahren erfolgreich durchlaufen hat.
- Eindeutiger Bezug zum Prüfungsumfang: Der Aussagegehalt des Siegels ist mit dem im Zertifikat ausgewiesenen Geltungsbereich, der Zertifikatsnummer und der Gültigkeit verknüpft.
- Bessere Verwendbarkeit in Ausschreibungen: Auftraggeber können den Nachweis leichter einem konkreten Zertifizierungsverfahren und einem bestimmten Leistungsumfang zuordnen.
- Abgrenzung gegenüber allgemeinen Qualitäts- oder Mitgliedschaftslogos: ZERTX steht für einen zertifizierungsbezogenen Nachweis und nicht lediglich für die Zugehörigkeit zu einem Verband.
- Einheitliche Orientierung: Das Siegel schafft eine wiedererkennbare Kennzeichnung für die verschiedenen normbezogenen Fachfirmen- und Fachkraftzertifizierungen des BHE.
Was ist der Mehrwert des zusätzlichen BHE-Siegels?
- Verbindung von Mitgliedschaft und Zertifizierung: Das Siegel macht sichtbar, dass das Unternehmen BHE-Mitglied ist und die Voraussetzungen des aktuellen Zertifizierungsverfahrens erfüllt.
- Vertrauter Auftritt für bestehende Marktpartner: Kunden und Auftraggeber, die den BHE bereits kennen, können das Unternehmen weiterhin über den bekannten Verbandsauftritt einordnen.
- Zusätzliche Sichtbarkeit im Markt: Das Siegel kann auf der Website, in Angeboten, Unternehmensunterlagen und der Kundenkommunikation eingesetzt werden.
- Klare Ergänzung zum ZERTX-Nachweis: Das BHE-Siegel ergänzt das Zertifikat der BHE-Zertifizierungsstelle, ersetzt es aber nicht.
- Nachweis der aktuellen Verbindung zum BHE: Die Nutzung setzt die BHE-Mitgliedschaft, eine erfolgreiche aktuelle Zertifizierung und die geltenden Nutzungsbedingungen voraus.